Kühe im Paradies

(Fotoausstellung  im LüttLiv, Maurienstr. 19, Hamburg-Barmbek, ab 16. Januar 21)

Eintritt frei, Öffnungszeiten siehe :

www.luettliv.de (Schank- und Speisewirtschaft mit Herz)

 

Seit vielen Jahren haben wir ein kleines Haus in Schweden. Gestrichen in Falu-Rot, mit weißen Kanten. Es gibt Beete mit Fleischklößchen und eine Flaggenstange, von der man fast bis Mariannelund sehen kann. Der Schuppen ist voller mysteriöser Dinge und im Brunnen liegt bestimmt ein Schlüssel. Das Klo ist weit weg vom Haus, mit einem Fenster über der Tür, durch das man um Hilfe rufen kann, falls einen jemand einschließt. Mit anderen Worten: Pettersson, Findus und Michel lassen grüßen! Es ist unser Paradies.

Der nächste Nachbar ist ein Bauer, der Charolais-Rinder züchtet. Einige seiner Weiden grenzen an unser Grundstück. Mit Felsen, Sümpfen, kleinen Wäldchen, umgeben von Steinmauern, die Generationen seiner Vorfahren mühsam errichtet haben. Und um unser Glück perfekt zu machen, grasen diese Kühe manchmal auf „unseren“ Weiden. Gelegentlich büxen sie auch aus, schauen zu uns in Wohnzimmer und trampeln durch unseren Garten, in dem es dann so aussieht, als ob eine Herde Kühe durchgetrampelt wäre, denn so ein Charolais-Rind ist schwer. Der Bulle dieser häufigsten Fleischrasse in Schweden, die dort in den 1960er Jahren aus Frankreich eingeführt wurde, wiegt über eine Tonne.

Wenn die Kühe da sind, stehen wir am Zaun und freuen uns, ihnen beim Herumziehen, beim Wiederkäuen und beim vergeblichen Kampf gegen die Fliegen zuzuschauen. Oder sie dabei anzusehen, wie sie uns aus ihren großen dunklen Augen ansehen. Am wundervollsten ist es jedoch, wenn die Zeit des Kalbens ansteht. Das Wunder der Geburt live und in Farbe, besser als alles, was es im Fernsehen so zu sehen gibt. Erste wackelige Schritte, erste Milch und zärtliche Mutterliebe. Das kann im März sein, wenn es erbarmungswürdig kalt ist und man nicht begreift, wie die auf den tiefgefrorenen Boden plumpsenden Kälbchen die erste Nacht überleben. Es kann sich aber auch bis Mai hinziehen, wenn alles grünt und die Kälber wenige Tage nach der Geburt voller Lebensfreude durch die wärmende Sonne hüpfen.

Dann wollen wir am liebsten mithüpfen voller Freude gleich den Kühen in unserem Paradies in Schweden.

 

Ich würde mich freuen, wenn du mit den Fotos „unserer“ Kühe hier im wundervollen, schwedisch-paradiesisch angehauchten Lüttliv, ein wenig dieser Freude empfinden könntest.